15.10.2026 |
Dr. Joachim Dauer feiert am 18. Oktober um 14 Uhr sein Weihejubiläum. Bischof Dr. Stephan Ackermann feiert den Festgottesdienst in der Jesuitenkirche.
Sein Weg führte über Rom, eine schwere Verletzung, Seminare und Leitungsämter nach Mannheim. Was Pfarrer Dr. Joachim Dauer dabei getragen hat, ist bis heute dieselbe Frage: „Was bedeutet es, als Mensch und Christ für andere da zu sein?“
Sein erstes Bild vom Priestersein entstand in Untergrombach bei Bruchsal. Der dortige Pfarrer war ein klassischer Dorfpfarrer, kannte alle und wurde von allen gekannt. So stellte er sich zunächst seinen eigenen Weg vor: als Pfarrer mitten im Ort, nah bei den Menschen.
Eine zweite prägende Erfahrung kam mit 15 Jahren. Bei einem Begegnungstag der Fokolar-Bewegung in Speyer hörte Dauer Menschen erzählen, wie sie das Evangelium in ihrem Alltag lebten. „Das hat mich geflasht.“
Von da an fuhr er jeden Mittwoch zu einer Fokolar-Jugendgruppe nach Wiesental. Dort wurde gesungen, über das eigene Leben und das Evangelium gesprochen, gemeinsam wurden Ausflüge gemacht. Entscheidend war für sie alle die Frage: Wie wird aus dem Evangelium gelebtes Leben? 1995 legte Dauer schließlich in Rom sein sogenanntes Versprechen ab und wurde auch Mitglied der Priestergemeinschaft der Fokolar-Bewegung. Bis heute ist sie für ihn Heimat und Gemeinschaft, die ihn in Krisen „getragen, gehalten und gerettet“ habe.
Doch zuvor begann der gebürtige Badener 1980 in Freiburg mit 39 anderen, darunter der heutige Dekan i. R. Karl Jung, das Theologiestudium. 1982 ging er nach Rom ans Collegium Germanicum. Am 10. Oktober 1986 wurde er in der Kirche Sant’Ignazio di Loyola in Rom von Erzbischof Dr. Oskar Saier zum Priester geweiht. Am Freitag die Weihe, am Samstag die Primiz, am Montag ging das Studium weiter. „Ist das jetzt Priestersein?“, fragte er sich damals.
Die Frage sollte ihn noch lange begleiten. Nach dem Lizentiatsstudium promovierte er 1991 über den Religionsphilosophen Eugen Biser. Danach sollte es endlich in die Seelsorge gehen. Doch während eines Aufenthalts in der Fokolargemeinschaft Loppiano wurde von einem Kollegen mit dem Auto angefahren.
Der Oberarm war gebrochen, die rechte Hand blieb auch nach dem Rücktransport nach Deutschland und einer Operation gelähmt. Monatelang war unklar, ob er sie würde wieder gebrauchen können.
Diese Erfahrung veränderte seinen Blick auf sich und das Priestersein. „Das ist nicht primär das, was ich tue, sondern hat etwas mit meinem Sein und meiner Gottesbeziehung zu tun.“ Die Verletzung heilte. Dauer wurde Vikar und Klinikseelsorger in Mannheim. Doch sein Wunsch blieb: „Ich will Pfarrer in einer Gemeinde sein.“
Es dauerte. Von 1994 bis 2000 war er Rektor des Seminars St. Pirmin in Sasbach, anschließend Direktor des Collegium Borromaeum in Freiburg. 2006 wurde er Pfarrer in Heidelberg, dort 2008 Dekan und 2020 übernahm er die Leitung der Seelsorgeeinheit Weinheim-Hirschberg.
Seit November 2025 ist Dauer Kooperator der Pfarrei St. Sebastian Mannheim. Heute genießt er es, Zeit für das zu haben, was ihn immer wieder zur Seelsorge gezogen hat: „Beziehungen zu den Menschen machen einen Unterschied.“
Seine Antwort auf die Frage nach dem christlichen Kern klingt schlicht: „Du bist unbedingt geliebt, vor aller Leistung und trotz aller Schuld.“ Vielleicht lässt sich darin sein Weg zum Priestersein zusammenfassen: bei Menschen sein, ihnen zuhören und sie willkommen heißen – aus einer Beziehung zu Gott heraus. schu